Sucht & Drogen

Was ist Sucht ?

Warum einige Menschen zu diesem, andere zu jenem Suchtmittel greifen, ist letztlich noch nicht völlig geklärt. Wesentlich scheint allerdings die durch Drogen erhoffte Stimmungsänderung zu sein, die mit der Einnahme hervorgerufen wird.

Drogen können Euphorie und Glücksgefühle erzeugen (z. B. Opiate), beruhigen, die Wahrnehmungs- und Erlebnisfähigkeit dämpfen (z. B. Alkohol, Barbiturate; Tranquilizer) oder aktivieren, aufputschen und die Erregung steigern (z. B. Amphetamine, Kokain). Eine weitere Gruppe verändert das Denken und die Sinneswahrnehmung (LSD, Haschisch).

Neben der stoffgebundenen Sucht gibt es auch die so genannten Verhaltenssüchte, zu denen u.a. die Kaufsucht, die Internet-, Spiel- oder Arbeitssucht zählen.

Psychische und körperliche Abhängigkeit

Psychische Abhängigkeit äußert sich in einem maßlosen Verlangen nach dem Suchtmittel / Verhalten, Kontrollverlust über den Konsum sowie Vernachlässigung anderer Interessen. Eine Droge die “nur” psychisch abhängig macht (wie z. B. Kokain), ist deshalb nicht harmlos. Gerade die Behandlung der psychischen Abhängigkeit ist wesentlich schwieriger und erfordert viel Zeit. Die körperliche Abhängigkeit ist in den meisten Fällen schon in wenigen Wochen nach Behandlungsbeginn überwunden.

Körperliche Abhängigkeit entsteht durch die Gewöhnung des Organismus an das Suchtmittel. Mit der Zeit “verträgt” der Körper immer mehr das jeweilige Suchtmittel. Um die gleiche Wirkung zu erzielen, muss der Abhängige die Dosis dann steigern.

Der Körper kann durch fortgesetzten Suchmittelmißbrauch immer höhere, sogar unter “normalen” Umständen tödlich wirkende Mengen verarbeiten (sogenannte Toleranzentwicklung).

Beim Absetzen des Suchtmittels treten körperliche Entzugserscheinungen auf, die sich z.B. in Schmerzzuständen am ganzen Körper, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Schwindelanfällen äußern; oder es kommt zu sogenannten vegetativen Erscheinungen wie Zittern, Frieren, Schweißausbrüchen. Lebensbedrohliche Zustände können im Einzelfall auftreten besonders dann, wenn der Süchtige gleich von mehreren Stoffen abhängig ist (sogenannte Polytoxikomanie). Nach der “Entgiftung” nimmt die Gewöhnung des Körpers an die hohe Zufuhr des Suchmittels wieder ab. Bei einem Rückfall besteht das Risiko einer tödlichen Überdosierung, da die Verträglichkeit gegenüber dem Rauschgift erheblich herabgesetzt ist.

 

Legale und Illegale Suchtmittel

Illegale Suchtmittel sind Stoffe, deren Besitz, Vertrieb, Anbau oder Handel nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten ist und strafrechtlich verfolgt wird. Nach dem Strafbestimmungen dieses Gesetzes muss jemand, der Betäubungsmittel, wie z.B. LSD, Heroin oder Kokain ohne Erlaubnis besitzt oder mit ihnen Handel betreibt, mit beträchtlichen Geldstrafen und in schweren Fällen mit einer Freiheitsstrafe rechnen.

 

In der öffentlichen Diskussion stehen diese Suchmittel im Mittelpunkt. In ihrem individuellen und gesellschaftlichen Schaden sind legale Suchtmittel wie Alkohol, Nikotin oder auch Medikamente von gleicher oder größerer Bedeutung. Auch die stoffungebundenen Abhängigkeiten spielen in dem Zusammenhang eine große Rolle.

 

Legale Drogen

Alkohol, Medikamente (Aufputschmittel, Stimulanten, Schlaf- und Beruhigungsmittel, Schmerzmittel), Nikotin, Schnüffelstoffe.

 

Illegale Drogen

Cannabis, Crack, Designerdrogen (Speed, Ecstasy), Halluzinogene (Stoffe, die aus Pflanzen gewonnen oder synthetisch (LSD) hergestellt werden), Kokain, Heroin, Opium und Morphium.

 

Wie wirken Suchtmittel ?

Über die Wirkung von Suchtmitteln gibt es eine Vielzahl von Fachbüchern und Nachschlagewerken. Die jeweilige Schädigung durch ein Suchtmittel hängt von verschiedenen Faktoren ab: die Art der Einnahme und die Dauer sind ebenso wichtig wie die persönlichen und körperlichen Voraussetzungen des Süchtigen und sein soziales Umfeld.

Bei den verschiedenen Suchtmitteln gibt es körperliche-medizinische, psychische und soziale Schädigungen.

 

Wie finde ich Hilfe ?

Ein Süchtiger muss aus eigener Überzeugung in die Therapie gehen. Dann ist die Aussicht auf Erfolg am größten. Es hilft wenig, wenn er die Behandlung nur deshalb beginnt, weil andere ihn dazu drängen. In der Regel besteht aber am Anfang noch eine instabile Motivation, die erst mit fortschreitender Therapie gefestigt werden kann. Auf jeder Stufe der Behandlung wird der süchtige Mensch schrittweise darauf vorbereitet, wieder Verantwortung zu übernehmen. Die Beratung und Vermittlung in den Beratungsstellen ist kostenfrei. Für die Entgiftung und die Entwöhnungsbehandlung muss allerdings eine Übernahme der Behandlungskosten durch den zuständigen Träger (Kranken – oder Rentenversicherung, Sozialamt) gewährleistet werden.

Suchtberatungsstellen helfen bei der Klärung aller Fragen dieser Art und bieten Unterstützung, so dass der Suchtkranke auf jeden Fall mit der Behandlung beginnen kann. Die Beratungsstelle hilft auch dabei, die Therapieeinrichtung auszuwählen. Auch für Angehörige sind die Beratungsstellen eine geeignete Anlaufmöglichkeit.

 

Quelle: “Suchtmittel, Behandlungsmöglichkeiten, Beratungsstellen”. Eine Broschürenreihe der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

 

Hier einige Tipps:

Rufen Sie das BzgA-Telefon zur Suchtvorbeugung an. Sie berät persönlich Bürger mit Suchtproblemen, vermittelt Hilfs- und Beratungsangebote.

Tel. 0221 / 89 20 31

(täglich von 10.00 – 22.00 Uhr).

 

Zentrale Drogenberatungsstelle Berlin:

Drogennotdienst

Jugend- und Suchthilfezentrum

Ansbacher Str. 11

10787 Berlin-Schöneberg

Tel: 19 237

 

 

Suchtberatung Friedrichshain

Beratung, therapeutische Gespräche, ambulante Entgiftung

Finowstr. 39

10247 Berlin- Friedrichshain

Tel. 291 16 92

 

Drogentherapiezentrum

Frankfurter Allee 40

U-Bahn Samariterstraße

Tel. 293 85 319

 

Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin

Mainzer Str. 23

10247 Berlin

Tel. 29 35 26 15

 

Elternkreise drogenabhängiger Jugendlicher

Landesverband Berlin-Brandenburg EKBB e.V.

Ansbacher Str. 11

10787 Berlin

Tel: 030 / 25 75 97 29

 

www.drugcom.de – Die Internetplattform der BZgA für Jugendliche